Bericht aus der Naturpark AG

Warum heißt der Brunsberg eigentlich Brunsberg?

Die Naturpark AG kennt die Umgebung der Grundschule Sprötze-Trelde schon sehr gut. Auf den vergangenen Ausflügen in den Naturpark Lüneburger Heide konnten wir schon viel über die dort lebenden Pflanzen und Tiere entdecken. Immer wieder gab es doch noch mehr zu entdecken, wofür die Zeit leider zu knapp war. Deswegen entschieden wir uns dafür, einen besonderen Wandertag zu machen, an dem es mehr Zeit zum Entdecken geben sollte: Eine Wanderung für die Suche nach Fragen! Um auch die Antworten zu unseren Fragen zu bekommen, brauchten wir Verstärkung an unserer Seite. Der Wanderführer Peter Sieffert und der Jäger Norbert Carstensen kennen sich sehr gut mit der Natur aus und wollten uns gern begleiten.

Am Tag der Wanderung starteten wir an einem sehr heißen Tag bei 30 Grad. Zum Glück liegt ein großer Teil unserer Wanderstrecke im Wald. Die großen Kronen der unterschiedlichen Waldbäume haben uns kühlenden Schatten gespendet. Und so ließen unsere nicht lange auf sich warten …..

Was ist das für eine Kuhle?

An dem Wegesrand entdecken wir ein großes Loch. Es ist ungefähr 2 Meter lang, 1 Meter breit und 1 Meter tief. Wenn man nicht richtig aufpasst, dann könnte man also reinfallen. Es ist so groß, dass wir alle in das Loch passen. Peter erklärt, dass es sich bei dem Loch um ein Abflussbecken handelt. Wenn bei Starkregen sehr viel Wasser den Berg runterfließt, dann wird es automatisch in das Becken geleitet. Dadurch wird verhindert, dass die Wassermassen unten in das Dorf fließen. Es schützt die Menschen und sorgt dafür, dass der Wald nicht weggespült wird.

Wenn man jetzt in dem Loch steht, dann ist natürlich kein Wasser darin. Dafür kann man von hier unten die einzelnen Bodenschichten des Waldes gut erkennen. So machen das auch die Waldforscher, um den Boden gut untersuchen zu können. Das finden wir ziemlich praktisch und schauen uns den Boden auch ganz genau an.

Was sind das für Spuren?

An einem Baum entdecken wir seltsame Spuren. Die Rinde des Baumes ist beschädigt, es sieht aus als hätte der Baum sich verletzt. Jäger Norbert hat die Antwort: Ein Rehbock soll es gewesen sein. Wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass es die Spuren von seinem Gehörn sind. Damit markiert der Rehbock sein Revier und zeigt anderen, dass er in diesem Revier wohnt. Das ist wichtig, da Rehböcke gerne ein Gebiet für sich alleine haben. Wir schauen nochmal genau hin und wählen, dass „unser“ Rehbock ein Gehörn mit mindestens 6 Enden hat. Er muss sehr viel Kraft haben, um diese Spuren hinterlassen zu können.

Was ist das für eine Markierung am Baum?

Ein kurzes Stück weiter entdecken wir schon wieder eine seltsame Spur am Baum. Diesmal ist es hellgrüner Farbkreis, der in ca. 2 m Höhe um einem Baumstamm herumführt. Auf zwei gegenüberliegenden Seiten ist jeweils ein senkrechter Strich durch den Kreis gezogen. Das ist eindeutig kein Tier gewesen, das erkennen wir alle sofort. Aber was ist es? Peter erklärt, dass es eine Art Grenze ist. Das Waldgebiet gehört unterschiedlichen Personen. Doch eine Grenze, wie z.B. einen Zaun oder eine Mauer zu bauen ist in dem Wald nicht erlaubt. Mit einem Zaum im Wald könnten die dort lebenden Tiere nicht mehr ungehindert leben. Deswegen werden in regelmäßigen Abständen grüne Kreise um Bäume gemalt. Die senkrechten Striche kennzeichnen die Richtung, in der die Grenze verläuft. Wir finden es gut, dass die Tiere überall im Wald leben dürfen. Denn in einem Naturschutzgebiet müssen die Menschen besonders gut auf die Natur und die Tiere achten.

Warum heißt der Brunsberg eigentlich Brunsberg?

Wir haben das Ziel unsere Wanderung erreicht: den Brunsberg. Wir entscheiden uns dazu, den Berg nicht raufzuwandern, denn er ist 129m hoch und es ist immer noch sehr warm. Aber auch vom Rand erkennen wir gut die Besenheide, die großflächig wächst. Doch ohne menschliche Nutzung oder Pflege würde die Fläche durch den Samenflug von Birken- und Kiefern schnell wieder Wald entwickeln. Deswegen müssen die kleinen Bäume regelmäßig entkusselt werden. Heute können wir besonders gut erkennen, warum der Brunsberg eigentlich Brunsberg heißt. „Brun“ ist das plattdeutsche Wort für „Braun“. Und so sehen wir ihn vor uns: den braunen Berg.

Wir wanderten nun Richtung Schule zurück. Dabei entdeckten wir noch eine kleine Hütte, die wie ein Kletterhaus aussah. Doch diesmal gab es keine Frage, denn diese Hütte hatten wir alle schonmal gesehen: Den Bienenzaun. Wir nutzen den schattigen Platz für eine kurze Pause.

Für uns alle war dieser Tag trotz der Hitze besonders schön. Eine tolle Wanderung, die Zeit für Fragen ließ.